Epenthese und Anaptyxe Epenthese Ein Epenthese (griechisch επένθεσις epenthesis ‚Einfügung‘, auch: Lauteinschub, Lauteinschaltung) ist die Ergänzung eines Wortes um einen Sprachlaut zur Erleichterung der Aussprache . Epenthesen finden sich nur in morphologisch komplexen Ausdrücken. In manchen Fällen dienen sie auch der Vermeidung von Hiaten. Neben artikulatorischen und klanglichen Gründen können im Gedicht solche Lauteinfügungen auch aus […]
Kategorie: Deutsch für Klugscheißer :-)
Alpha privativum
Als Alpha privativum bezeichnet man in der griechischen Sprache das Präfix ἀ- a-, welches die Abwesenheit, Umkehrung oder Wirkungslosigkeit des Bezeichneten ausdrückt oder das zugrundeliegende Wort verneint. Im Deutschen übernehmen diese Funktion oft das Präfix „un-“ bzw. die Suffixe „-los“ oder „-leer“, auch die Worte „nicht“ oder „ohne“. Beginnt das Wort mit einem Vokal, lautet […]
Gapping, Sluicing, Stripping
Gapping (eng.: „gap“ = Lücke), Sluicing (engl.: „sluice“ = Abflussrinne) und Stripping (engl.: „strip“ = Abstreifen) sind drei von vielen Formen von Ellipsen. Eine Ellipse ist eine Satzkonstruktion, in der Elemente fehlen, die normalerweise von der Syntax vorgeschrieben ist. Durch den Kontext ist der Satz aber (meistens) verständlich. Ellipsen werden sowohl formal als auch informal […]
Klitikon
Klitikon ( altgriech.: ἐγκλιτικόν enklitikón ‚sich anlehnendes [Wort]‘), bezeichnet ein Morphem, das sich an ein benachbartes betontes Wort lautlich anlehnt. Proklitika lehnen sich an das folgende Wort an, Enklitika an das vorangehende. Der Vorgang, der zu einem Klitikon führt, heißt Pro- bzw. Enklise. Das Wort, an das sich ein Klitikon anlehnt, heißt Basis, Stützwort oder […]
Hapax legomenon
Hapax legomenon (griech.: ἅπαξ hápax „einmal“; λεγόμενον legómenon „was gesagt wird“), bezeichnet Wörter oder Redewendungen, die nur in einem gegebenen Text oder Korpus nur einmal vorkommen. Ist die Häufigkeit zwei, spricht man von dis legomenon, bei drei tris legomenon, etc. Berühmtes Beispiel: Knabenmorgenblütenträume, aus Goethes „Prometheus“ In der Quantitativen Linguistik spielen Hapax legomena eine große […]
Logophorizität
Logophorizität bezeichnet das Phänomen, dass der Bezug von Pronomen davon abhängen kann, aus wessen Perspektive ein Sachverhalt beschrieben wird, also unter Umständen nicht mehr aus der Perspektive des Sprechers. Beispiel 1: Paul sagte, dass Anna mit ihm gesprochen hat. (Wer ist „ihm“? Paul oder eine andere Person?) Monika weckte ihre Schwester heute früher, weil sie […]
Deixis
Deixis (altgriech.: δείκνυμι „zeige“) bezeichnet den Bezug des Sprecher auf Personen, Orte, Gegenstände und Zeiten im Bezug auf die Quelle, den Sprecher bzw. Erzähler ( = der „Origo“ = lat.: „Ursprung“). Ein Begriff der Deixis nennt man „Deiktikon“ (plural „Deiktika“). Das Adjektiv ist „deiktisch“. Die Bedeutung eines deiktischen Begriffes versteht man also normalerweise nicht, falls […]
Rattenfängerkonstruktion (pied piping)
Eine Rattenfängerkonstruktion (engl. pied piping) ist eine bestimmte Art von Frage- und Relativsätzen. Dort leitet das Pronomen nicht nur den Satz ein, sondern zieht einen oder mehrere Satzteile mit in die Einleitung. Der Begriff wurde 1967 vom Sprachwissenschaftler John Robert Ross entwickelt und erinnert an die Legende „Der Rattenfänger von Hameln„. Beispiel: Das ist ein […]
Singularetantum
Ein Singularetantum (lat. singularis) „im Singular stehend“, tantum „nur“), ist ein Substantiv, das normalerweise nur im Singular (Einzahl) benutzt wird. Das Gegenteil ist Pluraletantum. Singulariatantum im Deutschen (Beispiele) Konkreta die Milch, die Schokolade, das Fleisch, die Baumwolle, das Leder, das Eisen, das Kupfer, der Regen, der Schnee. Ein möglicher Plural gibt nur a) Sorten oder […]
Pluraletantum
Ein Pluraletantum (lat. pluralis (-e) „im Plural stehend“, tantum „nur“), ein Substantiv, das normalerweise nur im Plural (Mehrzahl) benutzt wird. Das Gegenteil ist Singularetantum. Pluraliatantum im Deutschen (Beispiele) Aufbauten (bei einem Schiff), Eingeweide, Eltern, Ferien, Flitterwochen, Gebrüder, Geschwister, Gezeiten, Hundstage, Kosten, Ländereien, Leute, Miese, Muckis (ugs. „Muskeln“), Öffnungszeiten, Papiere ( = Dokumente), Ränke („Ränke schmieden“), […]
